Hessische Uhrmacherschule
Karl-Geitz-Schule


Meister- und Weiterbildungsschule für das Uhrmacherhandwerk im Hessenpark
Zertifikat


Uhrmacherberuf




Zwei Ausbildungsmöglichkeiten zum Uhrmacher in Deutschland

Uhrmacher/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) und der Handwerksordnung (HwO). Die Ausbildung zum Uhrmacher dauert drei Jahre und schließt mit dem Gesellenbrief ab. Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt.
Zur Zeit kann die Ausbildung in Deutschland auf zwei Weisen erfolgen:

Nach einer Gesellentätigkeit von drei bis fünf Jahren kann der Uhrmacher die Meisterprüfung im Uhrmacherhandwerk ablegen. Zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung werden von der Hessischen Uhrmacherschule im Zusammenwirken mit den Innungen und Handwerkskammern Fortbildungslehrgänge durchgeführt, deren Lerninhalte sich auf alle Teile der Meisterprüfung beziehen.

Weitere Infos
Bundesministerium für Witschaft und Technologie   Bundesministerium für Witschaft und Technologie
Bundesagentur für Arbeit   Bundesagentur für Arbeit




Duales System

Die Ausbildung in einem Handwerks- oder Industriebetrieb ist naturgemäß sehr stark an den täglichen Erfordernissen orientiert. Das bedeutet, dass der oder die Auszubildende neben reinen Übungsarbeiten schon sehr früh mit den Uhren der Kunden in Berührung kommt. Dies setzt ein großes Verantwortungsgefühl für das fremde und oftmals auch recht wertvolle "Stück" voraus. Außerdem gehört es auch immer häufiger bereits zur Ausbildung, daß der Auszubildende bei Kundenbesuchen oder im Verkauf direkt mit dem Kunden in Kontakt kommt. Bereits zu Anfang seiner Ausbildung wird der Auszubildende mit sogenannten "Quick-Service"-Arbeiten betraut, d.h. Batterie- und Bandwechsel, Reparatur an Gehäuseteilen, z.B. Glas oder Krone ersetzen, oder aber auch einfache Schmuck-Reparaturen.

Neben diesen allgemeinen und übergeordneten Inhalten muß sich der Auszubildende aber natürlich auch intensiv mit der handwerklichen, mechanischen und elektronischen Seite des Uhrmacherberufes auseinandersetzen.

Im ersten Ausbildungsjahr stehen neben den handwerklichen Grundfertigkeiten, wie Feilen, Drehen, Bohren, Gewindeschneiden, etc., die mechanischen Großuhren im Mittelpunkt der Ausbildung. Hier lernt der Azubi die Grundlagen der mechanischen Uhr kennen und wie sie zu reparieren ist.

Dazu gehört:

Je nach Möglichkeiten des Betriebes werden in dieser Phase auch die Grundlagen der Restauration antiker Großuhren vermittelt. Das bedeutet das Anfertigen von Feil- und Drehteilen oder auch Zahnrädern und das Aufarbeiten der Gehäuse.

Im zweiten Ausbildungjahr kommen die mechanischen Kleinuhren hinzu. Zunächst werden es einfache Handaufzugsuhren sein, aber auch Datum- und Wochentaganzeige sollten schon repariert werden können. Automatikuhren, Mondphasenanzeigen, Wecker und Chronographen vervollständigen die Ausbildung.

Im zweiten Ausbildungsjahr steht auch die Reparatur hochwertiger elektronischer Uhren auf dem Programm, das heißt die notwendigen Messungen der elektronischen Bauteile durchführen und das Beheben der gefunden Fehler. Der Auszubildende soll dazu gebracht werden, daß er einen Reparaturauftrag vom ersten Kundengespräch über die Reparaturannahme, Fehlersuche und -erkennung, Ersatzteilbestellung, eigentliche Reparatur, Kontrolle der Uhr bis zur Reparaturabgabe an den Kunden selbstständig durchführen kann.

Es muss an dieser Stelle aber nochmals daraufhin gewiesen werden, daß das tägliche Geschäft bei all diesen Arbeiten in der Regel im Vordergrund steht. Dies bedeutet, dass in den Betrieben die Möglichkeiten für reine Übungsstücke, so wie sie in der Vollzeitausbildung an einer Schule üblich sind, nicht vorkommen. Dafür kann der Auszubildende frühzeitig die unterschiedlichsten Arten von Reparaturen, d.h. von der einfachen Handaufzugsuhr bis zur "Grande Complication", kennenlernen. Des weiteren gehört es dazu, mit Kunden umzugehen und auch mal den Druck auszuhalten, den ein unzufriedener Kunde mit sich bringt.

Die Struktur der Ausbildungsbetriebe kann sehr unterschiedlich sein. So bilden oftmals Kleinbetriebe mit einer Betriebsgröße von 2 bis 4 Personen aus. Hier bilden dann der ausbildende Uhrmachermeister, dessen Frau und der Auszubildende "das Team". Diese Betriebe können wie oben geschildert "alles machen" oder aber sie haben sich auf den Verkauf und die Reparatur von bestimmten Marken spezialisiert. Eine dritte Möglichkeit liegt in den Servicewerkstätten der Großfirmen, die die Reparaturen für die angeschlossenen Konzessionäre ausführen.

Die Auszubildenden haben neben der betrieblichen Ausbildung auch die berufsbegleitende Berufsschule zu besuchen, in der sie mit den theoretischen Grundlagen der Uhrmacherei konfrontiert werden. Zu diesem schulischen Ausbildungsteil gehören auch praktische Arbeiten an der Drehmaschine oder an elektronischen Uhren, die die betriebliche Ausbildung immer nur ergänzen, niemals aber ersetzen können. Denn auch hier, wie in jedem Handwerk gilt: "Übung macht den Meister" und die Übung kann in einem ausreichenden Maße nur im Betrieb stattfinden.

Für das Land Hessen ist die Berufschule  "Franz-Oberthür-Schule"  Franz-Oberthür-Schule  im Würzburg zuständig.




Vollzeitausbildung

Im Gegensatz zum dualem System steht die Vollzeitausbildung an einigen Uhrmacherschulen, in denen die Auszubildenden ebenfalls drei Jahre lernen. Hier werden genau die gleichen Inhalte vermittelt, wie sie im dualen System auch vorgesehen sind. Allerdings fällt bei dieser Ausbildung der Druck des täglichen Geschäfts weg, und so ist es kein Wunder, dass in den Vollzeit-Berufsschulen komplette Uhrwerke, Schlagwerke oder Tourbillons gebaut werden, wozu ein Uhrmacherbetrieb keine Zeit und kein Geld hätte.

Die Ausbildung im dualen System und in einer Vollzeitschule ist nur schwer miteinander zu vergleichen !

In beiden Systemen werden die Schüler gut und vielseitig ausgebildet. Im dualen System steht aber von Anfang an der tägliche Kampf um zufriedene Kunden im Vordergrund. Diese Auseinandersetzung fehlt in der Vollzeitschule gänzlich, in der man sich zugegebenermaßen zwar Dingen widmen kann, die ein Auszubildender in einem normalen Betrieb vielleicht nie zu sehen bekommt, die andererseits allerdings weitaus selbstständigere und "gestandenere" Gesellen hervorbringt.








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